﻿{"id":2311,"date":"2015-11-03T20:18:48","date_gmt":"2015-11-03T19:18:48","guid":{"rendered":"http:\/\/keienfenn.de\/WP\/?page_id=2311"},"modified":"2025-06-15T15:09:16","modified_gmt":"2025-06-15T13:09:16","slug":"statistiken-hd-und-ed-gutachten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/keienfenn.de\/WP\/statistiken-hd-und-ed-gutachten\/","title":{"rendered":"Statistiken HD- und ED-Gutachten"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #003366;\">Ist unsere Zuchtstrategie erfolgreich?<\/span><\/h2>\n<p>Seit 1999 sind zu den HD- und ED-Gutachten keine nach Geburtsjahrg\u00e4ngen getrennte Statistiken mehr ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p>Nur eine solche l\u00e4sst aber R\u00fcckschl\u00fcsse auf Erfolg, Misserfolg oder Stagnation einer Zuchtstrategie zu.<\/p>\n<p>Bei einem Erfolg ist zu erwarten, dass sich die Ergebnisse &#8211; wenn auch nicht von Jahrgang zu Jahrgang, so doch aber sukzessive &#8211; verbessern.<\/p>\n<p>Da andere L\u00e4nder, aus denen Hunde importiert wurden, keine oder andere Zuchtstrategien verfolgen, wurden bei den Zuchtbucheintragungen lediglich die im DRC gez\u00fcchteten Hunde ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Da das ED-R\u00f6ntgen der Zuchttiere im DRC erst seit 1992 Voraussetzung f\u00fcr die Zuchtzulassung ist, k\u00f6nnen fr\u00fchere Zahlen in dieser Betrachtung vernachl\u00e4ssigt werden. Ebenso werden die Jahrg\u00e4nge ab 2009 nicht ber\u00fccksichtigt, weil nicht alle Hunde eines Jahrganges direkt mit einem Jahr ger\u00f6ntgt werden; d.h. diese Zahlen werden sich noch \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Festzustellen ist, dass nach Etablierung des ED-R\u00f6ntgens seit 1995 \u00fcber 50 % der eingetragenen Hunde ger\u00f6ntgt werden.<\/p>\n<p>1994 wurden schon 52 % dieses Jahrgangs auf HD ger\u00f6ntgt aber nur 48 % auf ED.<\/p>\n<p>Da das HD-R\u00f6ntgen in aller Regel zeitgleich mit dem ED-R\u00f6ntgen stattfindet, w\u00e4re zu erwarten gewesen, dass die Prozentzahlen mehr oder weniger identisch sind.<\/p>\n<p>Das ist aber nur in wenigen Jahrg\u00e4ngen der Fall.<\/p>\n<p>In den meisten Jahrg\u00e4ngen liegt der Prozentsatz ED ger\u00f6ntgter Tiere um ca. 1 Prozent niedriger als bei den HD ger\u00f6ntgten.<\/p>\n<p>Bedeutet dieses tats\u00e4chlich, dass etliche Besitzer ihre Tiere auf HD aber nicht auf ED r\u00f6ntgen lassen?<\/p>\n<p>Viel wahrscheinlicher ist doch, dass R\u00f6ntgenaufnahmen, die ein schlechtes Ergebnis erwarten lassen, gar nicht erst zur Begutachtung eingeschickt werden. Durch solche Praktiken werden Statistiken gesch\u00f6nt und stellen nicht unbedingt immer die Realit\u00e4t dar.<\/p>\n<p>Leider ist ein weiterer Anstieg der Akzeptanz zum R\u00f6ntgen nicht zu verzeichnen. Im Jahr 2002 wurde mit 65,17 Prozent (HD) und 63,91 (ED) die bisher h\u00f6chste Quote ger\u00f6ntgter Tiere, die zur Begutachtung kamen, erreicht.<\/p>\n<p>Neben der Frage, ob durch die benutzte Zuchtstrategie eine statistisch relevante Verbesserung der Ergebnisse zu verzeichnen ist, ist es f\u00fcr eine Rasse mit kleinem Genpool f\u00fcr dessen Erhalt auch wichtig zu wissen, wie viele Tiere durch eine bestimmte Zuchtstrategie f\u00fcr die Zucht verloren gehen.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr sind die Zahlen bis zum Jahrgang 2008 aussagekr\u00e4ftig, da anzunehmen ist, dass in einem Alter von drei bis vier Jahren so gut wie alle Tiere, die zur Zucht verwendet werden sollen, auch bereits ger\u00f6ntgt worden sind.<\/p>\n<p>Hierbei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass es Zuchtvorschriften f\u00fcr HD im DRC bereits seit 1972 gibt, zudem etliche Jahre auch noch Hunde mit mittlerer HD zur Zucht zugelassen wurden, da es damals ausschlie\u00dflich Hunde mit mittlerer HD gab.<\/p>\n<p>Erst Jahre sp\u00e4ter wurden Hunde mit mittlerer HD nicht mehr zugelassen. Deshalb sollen hier auch f\u00fcr HD nur die Zahlen ab Jahrgang 1992 ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Die Prozentzahl der Hunde, die gute HD-Ergebnisse im zuchttauglichen Bereich aufweist (frei, Grenzfall, leicht) steigt ab 1992 von 37,60% bis 53,38% (1996) um im Jahr 1997 wieder auf 51,20% abzusinken.<\/p>\n<p>Erst 1999 liegt der Wert wieder minimal \u00fcber dem des Jahrganges 1996 und steigt auf 56,55% im Jahr 2000, \u00fcber 57,19% (2001) bis auf 61,93% im Jahr 2002.<\/p>\n<p>Danach sinken die Zahlen wieder in den folgenden 5 Jahren. Der Wert liegt bei durchschnittlich 55,79% mit einem sprunghaften Anstieg auf 61,96% im Jahr 2008.<\/p>\n<p>Es bleibt festzustellen, dass die Anzahl der zuchttauglich befundeten Hunde im Hinblick auf HD leider nicht von Jahrgang zu Jahrgang zunimmt.<\/p>\n<p>Betrachten wir aber nicht den ganzen Jahrgang sondern nur die Tiere, die auch ger\u00f6ntgt wurden, ist ein Absinken der Prozentzahlen nicht festzustellen.<\/p>\n<p>Von 1992 (82,5%) bis 1994 (83%) sind die Zahlen der zuchttauglichen Tiere bezogen auf die Gesamtanzahl der ger\u00f6ntgten Tiere relativ konstant. Im Jahr 1995 steigen sie um mehr als 10 % auf 93,33% an, um sich danach f\u00fcr viele Jahre (bis 2006) wieder einigerma\u00dfen konstant im Bereich zwischen 93 und 95% zu bewegen. Erst 2007 ist wieder ein Anstieg auf 96,61% und 97,39% im Jahr 2008 zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Was bedeuten diese Zahlen f\u00fcr den Erfolg der Zuchtstrategie oder f\u00fcr die Zucht und wie k\u00f6nnen sie interpretiert werden?<\/p>\n<p>Die Erfolge sind zumindest nicht \u00fcberzeugend, denn \u00fcber einen Zeitraum von 12 Jahren hat es keine eindeutige Verbesserung gegeben. Zudem ist es eine Tatsache, dass viele schlechte R\u00f6ntgenaufnahmen gar nicht ausgewertet werden, weil sie entweder von den R\u00f6ntgentier\u00e4rzten nicht zur Auswertung eingeschickt werden oder der Gutachter selber diese nicht auswertet, wenn der Besitzer dieses nicht w\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem darf nicht vergessen werden, dass es im Laufe der Jahre bisher drei verschiedene Gutachter f\u00fcr HD (zwei f\u00fcr ED) gegeben hat und dass trotz allgemeing\u00fcltiger Beurteilungskriterien die Beurteilung von Gutachter zu Gutachter gewisse Unterschiede aufweisen kann, d.h. der eine beurteilt sehr eng, der andere etwas gro\u00dfz\u00fcgiger.<\/p>\n<p>Da ein Labrador Retriever aber selten mit einer r\u00f6ntgenologisch nicht ganz so guten H\u00fcfte Probleme hat, pl\u00e4diere ich unbedingt daf\u00fcr, die Kriterien f\u00fcr die Zucht nicht anzuziehen.<\/p>\n<p>Zu \u00fcberlegen w\u00e4re allerdings, ob eine \u00c4nderung der Zuchtstrategie mit Einbeziehung der Zuchtwertsch\u00e4tzung nicht sinnvoll w\u00e4re und die Ergebnisse damit noch zu verbessern w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Wie sehen die Zahlen nun f\u00fcr ED aus?<\/p>\n<p>In den ersten Jahren greift die f\u00fcr ED angewandte Zuchtstrategie. Von 1992 (32,76) bis 2002 (61,75) ist mit Ausnahme eines Einbruches im Jahr 1997 (48,30) und 1998 (52,04) ein stetiger prozentualer Anstieg der zuchttauglichen Tiere bezogen auf die Gesamtzahl der in diesem Jahrgang gezeugten Hunde zu verzeichnen, w\u00e4hrend die Prozentzahlen der sich im zuchttauglichen Bereich befindlichen Hunde &#8211; nur auf die ger\u00f6ntgten Tiere bezogen &#8211; nicht so eindeutig zeigen. Obwohl auch in diesem Bereich sicher etliche schlechte Aufnahmen gar nicht in die Wertung kamen, ist ein Aufw\u00e4rtstrend nur von 1992 (88,46%) zu 1993 (93,60%) bis 1995 (96,11%) sicher auszumachen. In den folgenden Jahren schwanken die Zahlen im Bereich zwischen 93 und 95 %.<\/p>\n<p>Auch hier unterliegt die Bewertung zu oft subjektiven Kriterien.<\/p>\n<p>International gab es nach IEWG Richtlinien nur f\u00fcr kurze Zeit die Einteilung der ED in 5 Grade, w\u00e4hrend der DRC weiter daran festh\u00e4lt. Auch dieses erschwert einen Vergleich von Land zu Land und wirft Fragen auf. Welchem Grad werden die in Deutschland mit Grenzfall befundeten Tiere im Ausland zugeordnet? Tats\u00e4chlich gibt es eine Anzahl von Labrador Retrievern, die je nach Land unterschiedliche Bewertungen erhielten. Unsere Zucht von solchen Zuf\u00e4lligkeiten abh\u00e4ngig zu machen kann im Einzelfall ungerecht sein.<\/p>\n<p>Deshalb bin ich der festen \u00dcberzeugung, dass ein Ausschluss der Hunde mit ED Grad I zum jetzigen Zeitpunkt verfr\u00fcht ist. Solange wir den Genotyp der einzelnen Hunde nicht kennen, wird ein Ausschluss weiterer Hunde von der Zucht bei einem polygenetischen Merkmal vermutlich kaum Erfolge bringen.<\/p>\n<p>Da ED f\u00fcr die meisten der betroffenen Hunde einen echten Krankheitswert hat, besteht hier aber ein dringender Handlungsbedarf, um die Situation f\u00fcr unsere Rasse zu verbessern.<\/p>\n<p>Um so schnell wie m\u00f6glich weniger Hunde mit ED z\u00fcchten zu k\u00f6nnen, ohne zu viele Hunde f\u00fcr die Zucht zu verlieren, sollte gerade f\u00fcr dieses Problem auch das Instrument der Zuchtwertsch\u00e4tzung, das viel mehr \u00fcber das zu erwartende Ergebnis f\u00fcr den geplanten Wurf aussagt, benutzt werden.<\/p>\n<p>So lange aber so viele R\u00f6ntgenaufnahmen von schlechten H\u00fcften und Ellenbogen nicht zur Auswertung eingeschickt werden, bleibt zu bef\u00fcrchten, dass auch die Zuchtwertsch\u00e4tzung keine nennenswerten Erfolge bringen wird.<\/p>\n<p>Nur ein Wechsel zu dieser Zuchtstrategie k\u00f6nnte das aber zeigen.<\/p>\n<p><b>Februar 2012 Dr. Helena Niehof-Oellers<\/b><\/p>\n<p><b><i>Ich danke der Zuchtkommission f\u00fcr Labrador Retriever f\u00fcr die Zurverf\u00fcgungstellung der Daten.<br \/>\n<\/i><\/b><\/p>\n<h2><a name=\"3183049ff710b5201\"><\/a>Tabellen<\/h2>\n<p><a class=\"link\" title=\"\" href=\"http:\/\/www.keienfenn.de\/ed_statistik_kurzform_hp.xls\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ED-Statistik Kurzform<\/a><\/p>\n<p><a class=\"link\" title=\"\" href=\"http:\/\/www.keienfenn.de\/ed_statistik__hp.xls\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ED-Statistik<\/a><\/p>\n<p><a class=\"link\" title=\"\" href=\"http:\/\/www.keienfenn.de\/hd_statistik_hp.xls\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HD Statistik<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist unsere Zuchtstrategie erfolgreich? 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